Skitouren-Ausrüstung für Einsteiger: Was du für deinen ersten Tourenwinter brauchst
Titelbild: KI-generiert
Du willst diesen Winter mit Skitouren anfangen und fragst dich, was du dafür alles brauchst? Die Skitouren Ausrüstung unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von dem, was du vom Pistenskifahren kennst. Du gehst bergauf, schwitzt, ziehst dich um, fährst im unpräparierten Gelände ab und trägst alles, was du unterwegs brauchst, selbst am Rücken. In diesem Beitrag gehen wir die komplette Liste durch: vom Tourenski über Felle und Schuhe bis zur Notfallausrüstung, zur Bekleidung und zum Inhalt deines Rucksacks. So weißt du vor deinem ersten Tourenwinter, was dazugehört, was du leihen kannst und wo sich eine persönliche Beratung lohnt.
Die Skitouren Ausrüstung im Überblick
Bevor wir ins Detail gehen, hier die Liste, die du für eine klassische Skitour brauchst. Sie hilft dir beim Packen und beim Gespräch im Geschäft, weil du gleich siehst, welche Teile zusammengehören.
- Tourenski mit Tourenbindung, die sich zwischen Aufstieg und Abfahrt umstellen lässt
- Steigfelle, passend zu Länge und Breite deines Skis
- Harscheisen für harte, eisige Hänge im Aufstieg
- Tourenskischuhe mit Geh- und Abfahrtsmodus
- Teleskopstöcke, die du in der Länge verstellen kannst
- Notfallausrüstung: LVS-Gerät, Lawinenschaufel und Lawinensonde
- Helm und Skibrille bzw. Sonnenbrille
- Bekleidung im Schichtsystem: Funktionsunterwäsche, Isolationsschicht, Wetterschutzjacke und -hose
- Tourenrucksack mit Platz für Wechselshirt, Getränk, Jause und Erste-Hilfe-Set
Das klingt nach viel, und das ist es auch. Die gute Nachricht: Du musst im ersten Winter nicht alles auf einmal kaufen. Vieles davon kannst du bei Autbäck im Verleih ausborgen und erst einmal ausprobieren, bevor du dich festlegst.
Tourenski und Bindung: Rahmen oder Pin?
Der Tourenski ist meist etwas leichter als ein klassischer Pistenski, weil du ihn bei jedem Schritt bergauf mitnimmst. Für den Einstieg brauchst du keinen extrem leichten Rennski. Wichtiger ist, dass er dir in der Abfahrt Sicherheit gibt und zu deinem Fahrkönnen passt. Wer auf der Piste sicher unterwegs ist, kommt mit einem ausgewogenen Allround-Tourenski meist gut zurecht.
Bei der Bindung gibt es zwei grundlegende Systeme. Die Rahmenbindung fühlt sich in der Abfahrt ähnlich an wie eine Alpinbindung. Sie ist schwerer, dafür kommen viele Einsteiger damit schnell zurecht, und je nach Modell funktioniert sie auch mit Schuhen, die keine Pin-Einsätze haben. Die Pin-Bindung (auch Low-Tech-Bindung genannt) hält den Schuh über zwei Metallpins vorne und eine Fersenhalterung hinten. Sie ist deutlich leichter und läuft im Aufstieg sehr effizient, setzt aber einen Tourenskischuh mit passenden Inserts voraus.
Im Verleih von Autbäck findest du beide Varianten: den Tourenski Standard mit Rahmenbindung und den Tourenski Gold mit Pin-Bindung. So kannst du ausprobieren, welches System dir besser liegt. Wenn du später kaufen willst, findest du die Auswahl im Shop unter Tourenskisport.
Tourenskischuhe: das Teil, bei dem sich Beratung am meisten lohnt
Wenn du nur in einen Teil deiner Ausrüstung Zeit investierst, dann in den Schuh. Ein Tourenskischuh muss dich stundenlang bergauf tragen, ohne zu drücken, und dir danach genug Halt für die Abfahrt geben. Dafür hat er einen Gehmodus, in dem sich der Schaft nach vorne und hinten bewegen lässt, und einen Abfahrtsmodus, in dem er fixiert wird.
Entscheidend ist die Passform. Druckstellen oder Blasen verderben dir jede Tour, egal wie gut die Werte am Datenblatt aussehen. Deshalb gilt: Probier mehrere Modelle nebeneinander an, am besten am Nachmittag, wenn deine Füße etwas mehr Volumen haben, und mit den Socken, die du auch auf Tour tragen willst. Bei Autbäck passen wir Skischuhe beim Skischuh-Fitting auch individuell an deinen Fuß an. Alles Wichtige zu Gehmodus, Gewicht und Passform findest du in unserem Beitrag Tourenskischuh kaufen.
Felle, Harscheisen und Stöcke
Steigfelle sind das, was eine Skitour überhaupt erst möglich macht. Du klebst sie vor dem Aufstieg unter den Belag. Ihre Haare legen sich in Gehrichtung flach und stellen sich gegen die Gehrichtung auf, so rutschst du beim Bergaufgehen nicht zurück. Felle werden auf die Länge und Taillierung deines Skis zugeschnitten. Wenn du Tourenski kaufst, gehört der Fellzuschnitt deshalb gleich dazu.
Damit deine Felle gut kleben, solltest du sie nach der Tour trocknen lassen, die Klebeflächen sauber halten und sie mit der Schutzfolie zusammengelegt aufbewahren. Schnee, Staub und Nadeln auf dem Kleber sind der häufigste Grund, warum ein Fell unterwegs nicht mehr hält.
Harscheisen sind Metallkrallen, die du in die Bindung einhängst. Sie geben dir Halt, wenn der Schnee hart oder eisig ist, etwa am Morgen in einer steilen Querung, wo die Felle allein nicht mehr greifen. Sie müssen zur Bindung und zur Skibreite passen, deshalb gleich beim Kauf mitbedenken.
Teleskopstöcke lassen sich in der Länge verstellen. Bergauf stellst du sie etwas länger ein, bergab kürzer, und in langen Querungen kannst du den bergseitigen Stock kürzer greifen. Große Teller sind im Tiefschnee hilfreich.
Notfallausrüstung: LVS-Gerät, Schaufel und Sonde
Abseits der gesicherten Piste gehört die Notfallausrüstung zu jeder Skitour. Sie besteht aus drei Teilen, die nur gemeinsam ihren Zweck erfüllen: dem LVS-Gerät (Lawinenverschütteten-Suchgerät), das sendet und im Notfall auf Suchen umgeschaltet wird, der Lawinensonde, mit der du die genaue Lage einer verschütteten Person bestimmst, und der Lawinenschaufel zum Ausgraben. Jede Person in der Gruppe trägt alle drei Teile.
Wie die Teile funktionieren und worauf du bei der Auswahl achten kannst, erklären wir ausführlich im Beitrag LVS-Gerät, Schaufel, Sonde. Für den Anfang kannst du das komplette Set im Verleih: Lawinensuchgerät inklusive Schaufel und Sonde ausborgen. Wer zusätzlich einen Airbag-Rucksack möchte, findet ebenfalls einen Lawinenrucksack zum Mieten.
Ganz wichtig: Die Ausrüstung allein macht dich noch nicht sicher. Wie du Lawinengefahr einschätzt, den Lawinenlagebericht liest, deine Tour planst und im Ernstfall richtig suchst, lernst du in einem Lawinen- oder Skitourenkurs, wie ihn etwa die alpinen Vereine und Bergschulen anbieten. Gerade im ersten Winter ist so ein Kurs die beste Investition, die du machen kannst. Den Umgang mit dem LVS-Gerät solltest du außerdem regelmäßig üben, damit die Handgriffe sitzen.
Helm, Bekleidung und das Schichtsystem
Bei einer Skitour wechselst du ständig zwischen Anstrengung und Pause. Im Aufstieg wird dir schnell warm, am Gipfel und in der Abfahrt kühlst du aus. Deshalb funktioniert das Schichtsystem besser als eine einzige dicke Jacke:
- Erste Schicht: Funktionsunterwäsche, zum Beispiel aus Merinowolle oder Kunstfaser, die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert. Baumwolle bleibt nass und kühlt aus.
- Zweite Schicht: eine wärmende Isolationsschicht, etwa eine leichte Fleece- oder Isolationsjacke, die du in der Pause oder am Gipfel überziehst.
- Dritte Schicht: eine wind- und wasserdichte Jacke und eine Tourenhose, die dich vor Wind, Schnee und Nässe schützt.
Dazu kommen zwei Paar Handschuhe (dünne für den Aufstieg, wärmere für die Abfahrt), eine dünne Haube oder ein Stirnband, eine Sonnenbrille, eine Skibrille und Sonnencreme. Ein Helm ist für die Abfahrt im Gelände sinnvoll, viele Tourengeher hängen ihn im Aufstieg an den Rucksack. Eine passende Auswahl an Jacken, Hosen und Funktionswäsche findest du bei Autbäck unter Outdoorbekleidung.
Der Tourenrucksack und was hineingehört
Für Tagestouren reicht in der Regel ein Rucksack mit etwa 25 bis 35 Litern. Wichtig sind ein eigenes Fach für Schaufel und Sonde, damit du im Notfall schnell herankommst, und eine Möglichkeit, die Ski seitlich oder diagonal zu befestigen, falls du ein Stück tragen musst. Einen Überblick über passende Modelle findest du im Shop unter Wander-, Alpin- und Kletterrucksäcke.
Das gehört bei jeder Tour hinein:
- Lawinenschaufel und Lawinensonde (das LVS-Gerät trägst du am Körper)
- Isolationsjacke und Wechselshirt für den Gipfel
- Warme Handschuhe, Haube, Skibrille
- Thermosflasche mit warmem Getränk und eine kleine Jause
- Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und ein geladenes Handy
- Harscheisen, falls du sie nicht schon montiert hast
Pack den Rucksack so, dass das Schwere nah am Rücken liegt und du Dinge, die du oft brauchst, ohne langes Suchen findest.
Leihen oder kaufen im ersten Tourenwinter?
Für viele Einsteiger ist eine Mischung die beste Lösung. Kaufen lohnt sich zuerst bei allem, was eng mit deinem Körper zu tun hat: dem Tourenskischuh, weil die Passform so entscheidend ist, und der Bekleidung. Leihen bietet sich für Ski, Bindung, Felle und Notfallausrüstung an, solange du noch herausfindest, welche Touren du gehen willst und welches Bindungssystem dir liegt.
Wenn du nach ein paar Touren weißt, was du brauchst, kannst du gezielt kaufen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Tourenski leihen oder kaufen?. Für deine Planung kannst du im Verleih von Autbäck direkt nachsehen, welche Tourenski, LVS-Sets, Lawinenrucksäcke und Schneeschuhe verfügbar sind.
Häufige Fragen zur Skitouren-Ausrüstung
Kann ich meine normalen Skischuhe für eine Skitour verwenden?
Für eine richtige Skitour nicht. Alpinskischuhe haben keinen Gehmodus, sie sind im Aufstieg steif und unbequem und passen nicht in eine Pin-Bindung. Manche Rahmenbindungen lassen sich mit Alpinschuhen verwenden, bequem ist der Aufstieg damit aber nicht. Für den Einstieg ist ein Tourenskischuh deutlich angenehmer.
Brauche ich als Anfänger wirklich ein LVS-Gerät?
Ja, sobald du abseits der gesicherten Piste unterwegs bist, gehören LVS-Gerät, Schaufel und Sonde für jede Person dazu. Damit sie im Ernstfall etwas nützen, brauchst du außerdem Übung und Wissen. Beides bekommst du in einem Lawinen- oder Skitourenkurs.
Wie lang sollten meine Tourenski sein?
Das hängt von deiner Körpergröße, deinem Gewicht und deinem Fahrkönnen ab. Eine pauschale Regel greift hier zu kurz. Lass dich am besten persönlich beraten, wir schauen uns das bei Autbäck in Amstetten oder Wieselburg gemeinsam mit dir an.
Wo kann ich in der Region Skitouren-Ausrüstung leihen?
Bei Autbäck in Amstetten kannst du Tourenski mit Rahmen- oder Pin-Bindung, LVS-Sets mit Schaufel und Sonde, Lawinenrucksäcke, Schneeschuhe und Steigeisen ausborgen. Die Übersicht findest du im Verleih auf unserer Website.
Fazit: Gut ausgerüstet in den ersten Tourenwinter
Die Skitouren-Ausrüstung besteht aus mehr Teilen als die Pistenausrüstung, aber jedes davon hat eine klare Aufgabe: Ski, Bindung und Felle bringen dich bergauf, der Tourenskischuh trägt dich bequem und sicher, die Notfallausrüstung ist dein Werkzeug für den Ernstfall, und das Schichtsystem hält dich warm und trocken. Investier zuerst in einen gut passenden Schuh, leih den Rest, bis du weißt, was du willst, und mach einen Lawinenkurs, bevor du loslegst. Komm vorbei bei Autbäck in Amstetten oder Wieselburg, wir beraten dich gerne und stellen mit dir deine Ausrüstung für den ersten Tourenwinter zusammen.