Kletterhelm und Klettergurt: So findest du das passende Modell
Titelbild: KI-generiert
Ein Kletterhelm und ein Klettergurt gehören zu den ersten Ausrüstungsteilen, die du dir anschaffst, wenn dich das Klettern gepackt hat. Ob in der Kletterhalle, im Klettergarten oder am Klettersteig: Beide Teile trägst du stundenlang direkt am Körper, und beide müssen zu dir passen. In diesem Beitrag erfährst du, welche Helmtypen es gibt, worauf es beim Gurt ankommt, wie eine gute Anprobe abläuft und wann sich Ausleihen statt Kaufen lohnt.
Warum Kletterhelm und Klettergurt zusammengehören
Der Gurt verbindet dich mit dem Seil oder dem Klettersteigset, der Helm schützt deinen Kopf vor Steinschlag und vor einem Anschlagen am Fels. Am Klettersteig und beim Klettern im Gebirge sind beide Teile gemeinsam im Einsatz, in der Halle meist nur der Gurt. Viele Einsteigerinnen und Einsteiger kaufen deshalb zuerst den Gurt und schieben den Helm hinaus. Sobald du draußen unterwegs bist, wo von oben etwas kommen kann, brauchst du aber beides.
Wichtig ist, dass beide Teile für ihren Zweck geprüft sind. Kletterhelme werden nach der Norm EN 12492 geprüft, Klettergurte nach EN 12277. Diese Kennzeichnung haben alle Modelle, die wir im Sortiment führen. Sie ist eine Grundvoraussetzung, kein Unterscheidungsmerkmal. Die Unterschiede liegen in Bauweise, Gewicht, Komfort und Passform, und genau darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Kletterhelm: Die drei Bauarten im Vergleich
Wenn du dich durch die Kletterhelme in unserer Kategorie Klettern und Klettersteig klickst, begegnen dir im Wesentlichen drei Bauarten. Sie unterscheiden sich darin, wie sie Stöße aufnehmen, wie viel sie wiegen und wie empfindlich sie im Alltag sind.
Hartschale und Hybridhelm
Beim Hybridhelm sitzt eine feste Kunststoffschale über einer Schicht aus Schaumstoff. Die Schale verteilt einen Schlag auf eine größere Fläche, der Schaum dämpft. Diese Helme sind etwas schwerer, stecken aber Kratzer und das Hineinstopfen in den Rucksack gut weg. Ein Beispiel aus unserem Sortiment ist der Petzl Boreo, ein beliebter Allrounder für Klettersteig, Klettergarten und Hallenausflüge ins Freie. Die Variante Borea hat eine angepasste Form, in der ein Zopf am Hinterkopf Platz findet.
In-Mold-Helm
Beim In-Mold-Verfahren wird eine dünne Außenschale direkt mit dem Schaumkern verbunden. Das Ergebnis ist deutlich leichter und meist besser belüftet. Für lange Zustiege, Mehrseillängen und heiße Sommertage ist das angenehm. Dafür solltest du solche Helme sorgsamer behandeln und nicht unter schweres Gepäck pressen. Der Petzl Meteor und der CAMP Storm sind Beispiele für diese Bauart.
Helm aus EPP-Schaum
Einige sehr leichte Modelle wie der Petzl Sirocco setzen auf einen Kern aus expandiertem Polypropylen. Dieser Schaum ist elastischer als der klassische EPS-Schaum. Solche Helme richten sich an Leute, die bei jeder Tour auf das Gewicht achten, etwa im alpinen Gelände oder bei Skihochtouren.
Den passenden Kletterhelm finden: Passform vor Gewicht
Das beste Datenblatt nützt nichts, wenn der Helm drückt oder wackelt. Ein Kletterhelm sitzt richtig, wenn er waagrecht auf dem Kopf liegt, die Stirn bedeckt und sich bei geöffnetem Kinnriemen nicht von selbst nach hinten verschiebt. Folgende Punkte prüfen wir gemeinsam mit dir bei der Anprobe:
- Kopfumfang: Viele Helme gibt es in zwei Größen, innerhalb der Größe stellst du die Weite am Hinterkopf über ein Rad oder ein Band ein.
- Form des Kopfes: Manche Köpfe sind eher rund, andere länglich. Das merkst du erst, wenn du zwei oder drei Modelle nebeneinander probierst.
- Kinnriemen: Die seitlichen Bänder sollen unter dem Ohr zusammenlaufen, ohne auf das Ohr zu drücken.
- Brille und Haube: Probier den Helm mit der Sonnenbrille, die du am Berg trägst. Wenn du im Herbst oder Winter unterwegs bist, nimm auch eine dünne Haube mit.
- Stirnlampe: Die meisten Modelle haben Clips für eine Stirnlampe. Für frühe Aufbrüche ist das praktisch.
Für Kinder gibt es eigene Helme mit kleinerem Größenbereich, zum Beispiel den Petzl Picchu. Kinderköpfe wachsen schnell, deshalb lohnt es sich, die Verstellung genau anzusehen und den Helm regelmäßig neu einzustellen.
Klettergurt: Welche Gurtarten es gibt
Beim Klettergurt reicht das Angebot vom gepolsterten Sportklettergurt bis zum ultraleichten Alpingurt, der in die Jackentasche passt. Für Erwachsene ist der Hüftgurt mit Beinschlaufen der Standard. Er sitzt über dem Becken, hat vorne eine Anseilschlaufe und seitlich Materialschlaufen für Karabiner und Expressen.
- Allroundgurt: Gut gepolstert, verstellbare Beinschlaufen, vier Materialschlaufen. Der Petzl Corax ist ein typisches Beispiel, er passt für Halle, Klettergarten und Klettersteig.
- Sportklettergurt: Leichter und schmaler, mit fixen oder elastischen Beinschlaufen, für Hallen und Routen, in denen du viel im Seil hängst.
- Alpin- und Skitourengurt: Sehr leicht, platzsparend und oft so gestaltet, dass du ihn mit Ski oder Steigeisen an den Füßen anziehen kannst. Der Blue Ice Choucas gehört in diese Gruppe.
- Damengurte: Modelle wie der Petzl Luna oder der Edelrid Jayne III haben eine andere Abstimmung zwischen Hüftgurt und Beinschlaufen, die vielen Frauen besser passt. Das Gegenstück für Herren ist zum Beispiel der Edelrid Jay III.
- Kindergurte: Für kleine Kinder, deren Körperschwerpunkt weiter oben liegt, werden häufig Komplettgurte verwendet, etwa der Edelrid Finn III. Ältere Kinder steigen auf kleine Hüftgurte wie den Petzl Macchu um. Welche Lösung passt, klären wir bei der Anprobe.
So sitzt der Klettergurt richtig
Ein Klettergurt passt, wenn der Hüftgurt oberhalb der Beckenknochen sitzt und sich auch mit kräftigem Zug nicht über das Becken schieben lässt. Die Beinschlaufen sollen anliegen, ohne einzuschnüren. Als grobe Faustregel gilt, dass eine flache Hand zwischen Beinschlaufe und Oberschenkel passen soll. Achte außerdem darauf, dass du die Schnallen im eingestellten Zustand noch nachziehen kannst, denn mit einer dicken Jacke darunter brauchst du mehr Weite als im T-Shirt.
Bei der Anprobe bei Autbäck in Amstetten oder Wieselburg kannst du dich im Gurt kurz hineinhängen. Erst dann merkst du, ob die Polsterung an der richtigen Stelle sitzt und ob die Beinschlaufen drücken. Zieh dazu am besten die Hose an, in der du auch klettern gehst. Wie du den Gurt anlegst, das Seil einbindest und den Partnercheck machst, lernst du in einem Kletterkurs oder bei einer alpinen Ausbildung. Dort wird auch geübt, was im Gelände zu tun ist, und das ersetzt kein Ratgeberartikel.
Klettergurt ausleihen oder kaufen?
Wenn du erst einmal schnuppern willst, musst du nicht gleich alles kaufen. In unserem Verleih bekommst du für den Klettersteig ein komplettes Set aus Helm, Gurt und Bandfalldämpfer, als Unisex-Set und als Damenset. Alle Details dazu findest du auf der Seite zum Verleih Klettersteigset. Was zum Set gehört und wie du deinen ersten Klettersteig auswählst, haben wir im Beitrag Klettersteigset ausleihen ausführlich erklärt.
Ein eigener Helm und ein eigener Gurt zahlen sich aus, sobald du regelmäßig unterwegs bist. Dann sind die Teile genau auf dich eingestellt, du kennst ihre Geschichte und du kannst spontan losfahren. Viele unserer Kundinnen und Kunden leihen beim ersten oder zweiten Mal und kaufen danach den Gurt, der sich im Leihset bewährt hat, oder ein Modell mit ähnlicher Passform.
Pflege, Lagerung und Kontrolle deiner Ausrüstung
Helm und Gurt bestehen aus Kunststoffen und Textilien. Diese mögen weder pralle Sonne im Auto noch Kontakt mit Lösungsmitteln oder Batteriesäure. Lagere deine Ausrüstung trocken, dunkel und kühl, und trockne einen nassen Gurt nicht auf der Heizung. Kleben solltest du auf einen Helm nur, was der Hersteller ausdrücklich erlaubt.
Die Hersteller geben in der Gebrauchsanleitung an, wie lange ein Helm oder Gurt höchstens verwendet werden darf und wie du ihn vor jedem Einsatz kontrollierst. Halte dich an diese Angaben. Ein Helm, der einen harten Schlag abbekommen hat, oder ein Gurt mit aufgescheuerten Stellen gehört ausgetauscht, auch wenn man von außen wenig sieht. Im Zweifel bring die Teile einfach zu uns ins Geschäft, wir schauen sie mit dir an.
Für den Transport zum Fels hilft ein Rucksack mit Helmhalterung. In unserer Kategorie Wander-, Alpin- und Kletterrucksäcke findest du Modelle, an denen der Helm außen Platz hat, damit er nicht zwischen Proviant und Trinkflasche gequetscht wird.
Häufige Fragen zu Kletterhelm und Klettergurt
Kann ich einen Fahrradhelm zum Klettern verwenden?
Nein. Ein Fahrradhelm ist für andere Belastungen geprüft. Beim Klettern und am Klettersteig brauchst du einen Helm, der nach EN 12492 geprüft ist. Es gibt einzelne Modelle, die für beide Normen zugelassen sind, etwa Kinderhelme wie der Petzl Picchu. Das steht dann ausdrücklich in der Produktbeschreibung.
Welche Größe brauche ich beim Klettergurt?
Das hängt von Hüft- und Oberschenkelumfang ab, und die Größentabellen der Hersteller fallen unterschiedlich aus. Am verlässlichsten ist die Anprobe mit Hineinhängen. Liegst du zwischen zwei Größen, hilft ein Modell mit verstellbaren Beinschlaufen.
Brauche ich für die Kletterhalle einen Helm?
In der Halle ist der Helm meist nicht vorgeschrieben, die Regeln legt jede Halle selbst fest. Draußen im Klettergarten und am Klettersteig ist ein Helm wegen möglichen Steinschlags sinnvoll, und für Kinder schreiben ihn viele Hallen ohnehin vor.
Kann ich Kletterhelm und Klettergurt bei Autbäck ausleihen?
Ja, im Klettersteigset sind Helm, Gurt und Bandfalldämpfer enthalten. Das Set gibt es als Unisex- und als Damenvariante. Einzelheiten stehen auf der Verleihseite.
Wo kann ich Kletterhelme und Klettergurte anprobieren?
In unseren Geschäften in Amstetten und Wieselburg. Am besten nimmst du dir etwas Zeit mit und bringst die Kleidung mit, in der du kletterst.
Fazit: Erst probieren, dann entscheiden
Ob Hybridhelm, In-Mold oder EPP, ob Allroundgurt oder leichter Alpingurt: Den richtigen Kletterhelm und Klettergurt findest du nicht im Datenblatt, sondern am eigenen Kopf und an der eigenen Hüfte. Komm zur Anprobe zu Autbäck nach Amstetten oder Wieselburg und probier mehrere Modelle nebeneinander. Wenn du erst schnuppern willst, startest du mit dem Leihset aus unserem Verleih und entscheidest danach, welcher Gurt und welcher Helm zu dir passen. Das ganze Sortiment findest du in unserer Kategorie Klettern und Klettersteig.